Wandern & Paddeln an der Ruhr

Normalerweise nähert man sich dem Ruhrgebiet über Museen, Theater, Musik – und natürlich über die Industriekultur. Man sollte es aber, wie Ruhrpottkind Uli Auffermann, auch einmal outdoor probieren – am besten Wandern und Paddeln kombiniert, und das entlang der Seele des Reviers, der Ruhr. Hier vereint sich alles: Naturidyll, nette Menschen und große Historie!

Wie wohltuend, jetzt die Beine im Boot ausstrecken zu können! Kein Wunder, denn uns stecken rund 18 Kilometer in den Beinen. Gewandert! Rauf und runter – auf breiten Asphaltwegen direkt am Wasser, schattig im Wald, steil hinauf auf schmalem, steinigem Pfad. Und nun der Höhepunkt des Tages: Genussvoll den Fluss hinunter paddeln, der untergehenden Sonne entgegen, angefüllt mit starken Eindrücken des Tages, die nunmehr im Einklang mit der ruhigen, zeitlosen Bewegung des Flusses ihre Vollendung finden.

Wir sind auf der Ruhr, mitten in jenem Gebiet, das nach ihr benannt ist und bisweilen auch mit »Revier« oder »Pott« bezeichnet wird. Aber hier ist nichts zu spüren vom vermeintlichen Moloch der zu einer Millionenmetropole zusammengewachsenen Großstädte – nichts vom immer noch kolportierten Grau und der Tristesse hässlicher Industrieanlagen. Im Gegenteil, das zahme Fließgewässer mäandert durchs Grüne, gesäumt von bewaldeten Hängen und romantischer Auenlandschaft. Und doch, die große Geschichte dieser einzigartigen Landschaft, dessen Bodenschatz nicht nur die Region ausmachte, sondern den Wohlstand des ganzen Landes sicherte, diese Historie der Kohle und des Stahls ist an so mancher Stelle noch sichtbar.

Aber der Reihe nach. Wir waren in aller Frühe hinüber nach Essen-Horst zum Campingplatz an der Horster Brücke gefahren, um unsere angepeilte »Waddelei« (Wandern und Paddeln) an einem Tag durchzuziehen. Dies jedoch aus reiner Zeitnot, denn es lohnt sich, für Fluss und Land dieser Route eine Übernachtung einzuplanen. So hätten wir mehr Muße gehabt, um zu schauen, zu genießen, zu entdecken. Nun galt es, zügig zu gehen, Foto- und Verpflegungspausen nicht allzu lang auszudehnen. Immerhin planten wir insgesamt rund acht Stunden reine Wander- und Paddelzeit ein. Dennoch kein Problem, die Boote lagen für uns an der Verleihstation in Hattingen bereit. Es war völlig unkompliziert, dies kurzfristig zu organisieren, zumal wir uns Ende der Saison entschlossen hatten, die letzten schönen Tage mit einer Kombinationstour ausklingen zu lassen.

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Ausgangspunkt:

Essen-Horst, In der Lake, beim Restaurant Haus Großjung.

Anreise:

A 40, AS Essen-Steele, über Steele nach Horst. Bus/Bahn: S-Bahn-Haltestelle Essen-Horst.

Charakter:

Landschaftlich abwechslungsreich durch den Kontrast von ehemaliger Industrie und historischen Bauwerken, viel Natur und moderner Freizeitkultur. Häufiges Auf und Ab beim Wandern auf unterschiedlichen Untergründen; teils offen, vielfach bewaldet. Die Ruhr eignet sich in diesem Teilstück für Kanutouren ideal, auch für Ungeübte.

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Einen ausführlichen Bericht und weitere Tourenvorschläge lesen Sie in der Ausgabe 01/2010 des kajak-Magazins.

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